Die einzige
Harzer Bergparade

Wie in vielen Orten des Harzes, ist auch in der Umgebung von Bad Suderode der Bergbau umgegangen. Zeugen dafür sind zum Beispiel Namen wie: "Alte Steiger" (Verlän-
gerung der "Nordhäuser Heerstraße") oder "Silbertreppe". Direkt zu sehen, aber nicht zu besichtigen ist das ehema-
lige Bergwerk, einige Schritte hinter der Gaststätte "Felsenkeller", die "Lessinghöhle".
Der jahrhundertealten Bergbautradition gedenkend findet in Bad Suderode am 3. Adventsonntag die einzige Harzer Bergparade statt. Seit 2017 darf sie sich "Landesberg-
parade" nennen.

die "Heilige Barbara"

die ökomenische Bergandacht
Die Feierlichkeit beginnt in der "Neuen Kirche" mit einer ökumenischen Bergmännischen Weihnachtsandacht. Zu Beginn wird die Schutzpatronin der Bergleute, die "Heilige Bar-
bara" herein getragen und vor dem Altar placiert.
In und um die Bergwerke der früheren Jahrhunderte gab es auch Arbeit für Kinder. Das war für den Lebensunterhalt der einfachen Bergmannsfamilien schon eine Notwendigkeit. Ihre schwere Arbeit wird bei der Bergandacht durch die "Knappen", vor der evange-
lischen Pastorin und dem katholischen Pfarrer sitzend, gedacht. Die kleinen Bergknappen sind dann in der Regel auch richtige Bergmänner geworden.

die Kurparkterrassen
Der Zug der teilnehmenden Bergbauvereine führte von der "Neuen Kirche" durch den Ort hinauf zum Kurpark. Hier findet der weihnachtliche Grubenlichtermarkt statt und die Terrassen waren passend zur Bergparade erleuchtet. Die Liste der Berufe, für die die "Heilige Barbara" die Schutzpatronin ist, ist lang. Aber zum Bergbau gehört auch das Hüttenwesen. So ist sie auch die Patronin der Hüttenleute. Rechts zu sehen die Symbole der Bergleute (Schlägel und Eisen) und links der Hüttenleute (Furkel, Glöthaken und Kelle).

Aufmarsch und Vorstellung der Berg- und Hüttenvereine
zur Aufwartung

Den Abschluß bildet die "bergmännische Aufwartung" gegenüber des Alten Badehauses. Diese geschah früher vor dem Landesherrn, der gleichzeitig auch der oberste Bergherr war und die Schürfrechte verlieh. Heutzutage nehmen unteranderem auf dem Balkon des Alten Badehauses der Oberbürgermeister von Quedlinburg und der Ortsbürgermeister von Bad Suderode (Ortsteil von Quedlinburg) die Aufwartung entgegen.
Die Aufwartung endet mit dem gemeinsamen Gesang des alten Bergmannsliedes "Glück auf, der Steiger kommt"
Nach der Veranstaltung 2013 war aus der Lokalpresse zu erfahren, dass die "einzige Harzer Bergparade" mit dem dazu gehörigen "Grubenlichtermarkt" eine sehr hohen finan-
zielle Belastung für den Verein darstellt. Auch wenn es einige Sponsoren gibt. Sollte sich die Situation nicht ändern, dann gibt es höchstens noch zwei Bergparaden.
Es währe sehr schade, wenn diese einzigartige Veranstaltung dem Rotstift zum Opfer fallen würde. Der "Harzklubzweigverein Bad Suderode" mit seiner "Berg- und Hütten-
knappschaft" investiert nicht nur Geld sondern auch viel Zeit und Mühe, in dieses Event.
Die Bilder stammen von der Bergparade 2014.