Die Entstehungder Erz- und Mineralienlagerstätten im Harz

Durch die vielen Hebungen und Senkungen des Gebirges im Laufe seiner Geschichte entstanden viele Bruchspalten und Hohlräume im Gestein. Darin konnten minerali-
sche Lösungen zirkulieren. Das noch heiße Gestein heizte in seiner Abkühlfase diese mineralischen Lösungen auf und sie konnten in den Spalten und Hohlräumen aufsteigen, langsam abkühlen und die mitgeführten Erze und Mineralien ablagern. Die größte Lager-
stätte war der
"Rammelsberg" bei Goslar. Hier wurden über 1000 Jahre lang Erze abge-
baut.
Deutschlands größtes vorhandenes Eisenerzlager ist in der
"Grube Büchenberg" bei Elbingerode.
Aber nicht alle Metalle, die im oder am Harzrand über viele Jahrhundert abgebaut wurden sind auf diesem Weg entstanden.
"Kupferschiefer" gehört nicht dazu. Es ist ein schwärzlicher, bitumenhaltiger Mergel-
schiefer, der aus der ältesten Faulschlammbildung am Boden des "Zechsteinmeeres" stammt. Das größte Vorkommen lag im "Mansfelder Land". Zeugnis davon liefert noch das
"Besucherbergwerk Röhrigschacht" in Wettelrode.
Zwischen Rübeland und Elbingerode wurde über viele Jahrhunderte Eisenerz und dann Schwefelkies (Pyrit) abgebaut. Zu erst im "Großen Graben" übertage. Dann folgte man der Lagerstätte nach untertage. In den lezten Jahrzehnten wurde nur noch Pyrit abgebaut. Ab Anfang der 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Grube als Besucherbergwerk "Drei Kronen und Ehrt" zugänglich - bis 2015. Jetzt erinnert nur noch ein ausführliches Buch über diesen Bergbaustandort. "Grube Einheit - Goldener Schatz im Harz"
Die riesigen Gips- und Kalklagerstätten entstanden in den Zeiten als unser Gebiet mit einem riesigen tropischen Meer und seinen Korallenbänken bedeckt war. Durch Aus-
waschungen entstanden in einigen Kalkformationen riesige Hohlräume, die heute Besu-
chermagneten sind. Wer hat nicht schon von den
"Rübeländer Tropfsteinhölen" gehört?
Der Kalkabbau hinterlässt in der Landschaft auch sehenswerte Spuren. Wie der "Blaue See" bei Rübeland beweist. Er ist mit Wasser gefüllt und je nach Wasserstand kann seine Farbe von blau bis grün variieren. Am "Bückeberg" bei Gernrode sind ganz deutlich die übergekippten Schichten des Muschel-
kalks zu sehen. Das passierte bei der Aufrichtung des Nordharzrandes.
Der Harz hatte auch große Flussspatvorkommen. Ein begehbares Zeugnis ist das Besu-
cherbergwerk
"Grube Glasebach" in Straßberg.
In grauer Vorzeit entstanden auch noch andere Lagerstätten. Sie sind organischer Natur. Wir haben um den Harz herum Braun- und Steinkohlenlagerstätten. Die Steinkohlenre-
viere waren nicht groß und auch qualitativ nicht viel Wert, aber sie mussten von der In-
dustrie genutzt werden. Bei "Ilefeld" war der
"Rabensteiner Stollen" in Abbau. Heute ein Besucherbergwerk gleich neben dem Bahnhof "Netzkater" der "Harzer Schmalspurbahn". Quedlinburg hatte ein kleines Revier unter der "Alte Burg" und das Revier von Opperode lag am "Forsthaus Kohlenschacht".
Mit der Heraushebung des Harzes ist eine interes-
sante Landschaft entstanden. Zerklüftete Täler werden von weitüberschaubaren Hochebenen abgelöst. Einerseits ragt der Harz steil aus der Ebene empor und andererseits geht er fast unmerklich in die Ebene über. Nur einen Schönheitsfehler hat die ganze Konstruktion. Es wurden keine natürlichen Mulden eingebaut, in denen sich kleine Bergseen bilden konnten. Die großen Wasserflächen sind Stauseen, die zum Hochwasserschutz im 20. Jahr-
hundert gebaut wurden und die kleinen Teiche sind in der Blütezeit des Bergbaus als Vorratsspeicher zum Antrieb der vielen Wasserräder angelegt worden.


Die Eckertalsperre

Der Harz ist aber auch eine geographische Besonderheit. Er ist auf seinem Breitengrad die höchste Erhebung zwischen der Nordsee und dem Ural!

Exkursionen in den historischen Bergbau

Die erste Exkursion führt zum "Lehrbergwerk Roter Bär". Mitzubringen sind Gummi-
stiefel, Arbeitssachen und eine gute körperliche Verfassung. Helm, Geleucht und Handschuhe werden gestellt. Besucher sollten mindestens 16 Jahre alt sein.
Das Auto bleibt auf dem Parkplatz am Skizentrum "Matthias Schmidt-Berg" stehen. Es sind dann nur einige Meter die Forststraße hinauf.
Das Lehrbergwerk besteht aus der "Grube Roter Bär" und der Grube "Wennsglückt", deren Befahrung hier vorgestellt wird.
Diese Grube ist eine Gangerzlagerstätte, das heißt, die aufgefahrenen Strecken sind nicht viel breiter ausgehauen als die Lagerstätte. Man wollte nur soviel taubes Gestein abbauen, dass sich der Bergmann gerade so bewegen konnte.
Die Befahrung der Grubenbaue geschiet ausschließlich über Fahrten im Föderschacht und im Pumpenschacht. Die können recht lang sein. Zu beachten ist auch, das es nur das Geleucht am Helm gibt! Gezeigt wird auch eine große, unterirdische Radstube.
!Das "Lehrbergwerk "Roter Bär" ist also kein Besucherbergwerk im herkömmlichen Sinn!
Bitte auf der Webseite in der Rubrik "Öffnungszeiten" die
"Preise" und "Randbedin-
gungen"
studieren.
Lehrbergwerk "Roter Bär" Die Befahrung des "Roten Bärs" ist ein eindrucksvolles Erleb-
nis und durch die eigenen körperlichen Mühen nicht mit einem normalen Besucherberg-
werk zu vergleichen.
Anspruchsvoll ist auch die Befahrung der "Altensegener Rösche" in Clausthal-Zellerfeld.
Treffpunkt und Einkleiden mit Watstiefel, Gummijacke, Helm und Geleucht ist am Ottiliaeschacht.
Erst wird das Wasserschloss des ehemaligen Kraftwerks besichtigt und dann geht es ein Stück durch den Wald zur Rösche. Im Verlauf der Führung werden auch Fahrten benutzt (rechtes Bild).
Auf allen Vieren (80m hin und 80m zurück) gelangt man durch eine 80cm hohe Rösche zur unterirdischen "Ovalen Radstube". Das Wasser, dass das Rad antrieb, wurde durch diese Rösche abgeleitet.
Dann geht die Tour weiter. Sie endet in der Radstube am Rosenhof (rechtes Bild).
Ebenfalls in Clausthal-Zellerfeld gibt es eine Tour durch die "Dorotheer Rösche" mit dem Ausstieg durch den "Caroliner Wetterschacht".
Treffpunkt ist das "Pulverhaus". Mit Gummistiefel, Gummijacke, Helm und Geleucht (wird aich wieder gestellt) geht es vorbei am "Oberen und Mittleren Pfauenteich" zum Mundloch der "Dorotheer Rösche".
Das Lichtloch (rechts) kann heute als Notausstieg genutzt werden.
Die Rösche ist teilweise durch festes Gestein, also ohne Ausbau, aufgefahren worden.
Das obere Stück des "Caroliner Wetterschachtes" wurde erst vor einigen Jahren frei gelegt. Bei der Führung wird der Deckel gehoben und die Verfüllung wird sichtbar. Die Ausfahrt, knapp 30 Meter, geht über mehrere Fahrten. Etwas Kondition ist da schon gefordert. Am Pulverhaus kommt man wieder zu Tage.

Der "Caroliner Wetterschacht" von oben
Angeboten werden die Führungen vom: "Oberharzer Bergwerksmuseum"
Sonderführungen in den Altbergbau werden auch im Besucherbergwerk "Röhrigschacht" in Wettelrode angeboten. Diese ehemalige Schachtanlage liegt im Kupferschieferrevier bei Sangerhausen. Anders als die Erze im Oberharz, die meist in Gängen vorkommen, ist der Kupferschiefer ein Flöz von mehreren Zentimeter Dicke.
Das Bild zeigt einen "Treckejungen" der mit einem "Hunt", also einem kleinen Erzwagen, aus dem Abbau kommt. Erz und Nebengestein werden dann in einen größeren Wagen umgeladen und dieser dann zum Förderkorb gebracht.
Bei den Sonderführungen im "Röhrigschacht" müssen auf Grund der geringen Höhe manche Strecken auch auf allen Vieren zurück gelegt werden. Dafür wird man dann mit dem Anblick von verschiedenfarbigen Versinterungen entschädigt.
Bei einen der Führungen gibt es außerdem eine mehrere Hundertmeter lange Kajakpassage (hin und zurück) um an imteressante Stellen zu kommen.
Im Besucherbergwerk "Röhrigschacht Wettelrode"" werden vier Sonderführungen von unterschiedlicher Länge angeboten. Von leicht bis anspruchsvoll. Es macht auf jedenfall Spaß und es ist sehr interessant.

Weiterverarbeitung von Eisenerz

Das Industriedenkmal "Gießerei Königs-
hütte"
, in dem bis 2001 produziert wurde, zeigt den Weg des Eisenerzes noch anschaulich auf. In der Gießerei stehen noch Kupolöfen und Formkästen. Diese wurden mit Formsand gefüllt und Holzmodell (wurden wieder entfernT)sorgten für die Konturen im Sand,die dann vom flüssigen Eisen ausgefüllt wurden. Das Modell- und Formenhaus ist leider nicht zu besichtigen. Ein Beispiel für den hier gefertigten Kunstguss ist der Springbrunnen auf dem Werksgelände.
Auf dieser Hütte wurde auch der Draht gezogen den "Wilhelm Augus Julius Albert für seine Erfindung, das Drahtseil, brauchte. Das war 1834.
In der Maschinenhalle wurden dann die Produkte weiter bearbeitet. Leider ist sie zur Zeit wegen Statikproblemen für Besucher nicht zugänlich. Bei der Führung kann nur vom Vorraum aus die Vorführung von Maschinen aus der zweiten Hälfte 19. Jahrhunderts beobachtet werden.
Der Brunnen in der Mitte des Werkshofes war aus Gründen der Reklame für, die damals hochwertigen, Kunstgusserzeugnisse aufgestellt. Im "Südharzer Eisenhüttenmuseum", das ehemalige "Probierhaus", erfahren Sie noch mehr über die Geschichte der Hütte und sehen auch noch mehr historische Gusserzeugnisse.