Ein sehr kurzes Leben zwischen Bergbau und Poesie

Kenner des historischen Bergbaus um Halle-Leipzig-Weißenfels- Zeits, wissen wer "Georg Friedrich Phillip Freiher von Hardenberg" war.
Wer sich mit deutscher Literaturgeschichte auskennt, wird erst kurz überlegen müssen, denn auf dem literarischen Gebiet hat er unter dem Namen "Novalis" Weltruhm erlangt.

Das Geburtshaus
In der Nähe von Hettstedt, auf "Schloss Ober-
wiederstedt" wurde "Georg Friedrich Phillip Freiherr von Hardenberg" am 2. Mai 1772 geboren.
Sein Vater war der Gutsbesitzer und Salinen-
direktor Heinrich Ulrich Erasmus Freiherr von Hardenberg". Seine zweite Frau, "Auguste Berhardine Freifrau von Hardenberg" brachte ihm 11 kinder zur Welt, als zweites den späteren "Novalis".
Anfangs wurde der junge Freiherr von Hauslehrern unterrichte. So auch von "Christian Daniel Erhard Schmid", dem er später in Jena nochmals begegnet. Seine Ausbildung ging dann auf dem "Luthergymnasium" in Eisleben weiter. Als 12jähriger war er fast ein Jahr in der Obhut des "Landkomturs des Deutschen Ordens", dem Onkel "Friedrich Wilhelm Freiherr von Hardenberg" auf Schloss "Lucklum" (Ortsteil v. Erkerode Lkr. Wolfenbüttel).
1794 schloss "Friedrich von Hardenberg" sein Jurastudium mit hervorragendem Examen ab. Während des Studiums hörte er 1791 Schillers Geschichtsvorlesung, zu dem er dann in dessen Krankenzeit persönliche Kontakte knüpfte. In Jena begegnete er unter anderen auch Goethe, Herder und den Brüdern Schlegel.
"Friedrich von Hardenberg" ging 1794 als "Aktuarius" (Schreiber)zum "Kreisamtmann" August Coelestin Just nach "Tennstedt"(nord Thüringen). Dieser "Kreisamtmann" Just wurde später sein Biograph. In der Nähe von Tennstedt, in Grüningen, lernte er "Sophie von Kühn" kennen und an ihrem 13. Geburtstag verlobte er sich mit ihr.
Im Januar 1795 wurde "Hardenberg" "Akzessist" (Anwärter) an der Salinendirektion in Weißenfels, wo auch seit zehn Jahren die Familie wohnte. Der qulavolle Tod seiner 15jährigen Verlobten hat ihn sehr beeinflußt.
In den jahren 1795/96 hat sich "Friedrich von Hardenberg" intensiv mit den Werken
Johann Gottlieb Fichtes auseinander gesetzt.
1797 begann "Friedrich von Hardenberg" sein Studium an der "Bergakademie Freiberg".
Wilhelm August Lampadius und Abraham Gottlob Werner waren seine Lehrer. Es war ein sehr umfassendes Studium, denn Chemie, Mathematik, Bergwerkskunde und natürlich auch eine praktische Ausbildung in den Gruben gehörten dazu.
Im "Athenäum" , der Zeitschrift der Frühromantiker "Friedrich und August Schlegel", erschien "Friedrich von hardenbergs" erste Schrift ("Blüthenstaub") unter der erstmaligen Verwendung des Pseudonym "Novalis". Das ist ein sehr alter Beiname der Familie "von Hardenberg" ("De novali" - die Neuland roden) ergeführt von Gut der Vorfahren "Großenrode" bzw. "magna Novalis" bei "Nörten, im Landkreis Northeim.
Im Dezember 1798 verlobte er sich wiederum, dieses Mal mit der Tochter Freiberger Professors "Johann Friedrich Wilhelm Toussaint von Charpentier", Julie. Im Dezember des folgenden Jahres wurde "Friedrich von Hardenberg" in der Salinendirektion Weißen-
fels zum "Salinenassessor" und "Mitglied des Salinendirektoriums" ernannt.
1799, im Herbst, traf er sich in Jena mit anderen Schriftstellern der so genannten "Jenaer Romantik".
Am 6. Dezember 1800, "von Hardenberg" war 28 Jahre alt, wurde er zum "Supernumerar-Amtshauptmann (etwa heutiger Landrat) für den Thüringischen Kreis, ernannt. In diesem Jahr arbeitete "Friedrich von Hardenberg" an der ersten geologischen Vermessung der Region, unter der Leitung des großen deutschen Geologen Abraham Gottlob Werner, mit.
"Novalis" hielt seine Schriftstellerei ausdrücklich für eine Nebenbeschäftigung. Die Hauptangelegenheit sei das praktische Leben. In diesem wanderte "Friedrich von Har-
denberg" im Juni 1800 von Zeitz aus über Gera, Ronneburg nach Meuselwitz über stille bewaldete Flächen. Braunkohle wurde hier nur abgebaut, wenn sie sehr flach unter der Erde lag oder an Hängen austrat.
Am 25. März 1801 starb "Friedrich von Hardenberg" in Weißenfels an einem Blutsturz infolge der "TBC". Wahrscheinlich hatte er sich seiner Zeit beim Kranken Friedrich Schiller angesteckt.
Er wurde auf dem "Alten Friedhof" in Weißenfels beigestzt.
"Novalis" hat selbst nur die Veröffentlichung drei seiner Werke erleben können- die "Blüthenstaub"-Fragmente, die Fragmentsammlung "Glauben und Liebe oder der König und die Königin". Beide 1798 erschienen. Im Jahr 1800 noch die "Hymnen der Nacht".
"Heinrich von Öfterdingen" und "Die Lehrlinge zu Sais", zwei unvollendete Romane und die so genannte Rede "Die Christenheit oder Europa", wurden erst nach seinem Tod von seinen Freunden Ludwig Tieck und Friedrich Schlegel veröffentlicht.
"Friedrich von Hardenberg" war in seinem kurzen Leben rastlos und kreativ. Er war auf den Gebieten der Naturwissenschaften, des Rechts, der Philosophie, Wirtschaft und Politik sehr gut ausgebildet. Sein gesamtes Schaffen besteht nicht nur aus den Dich-
tungen, Fragmenten und Essays, sondern es gibt auch sehr viele Aufzeichnungen zur Geschichte, Politik, Religion, Philosophie, Ästhetik und Naturwissenschaftsgeschichte.
Das Schloss Oberwiederstedt, mit der Ausstellung vieler Zeugnisse aus dem Leben "Friedrich von Hardenberg", kann auch besichtigt werden.
Es ist Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.
Es gibt auch eine sehr informatieve Webseite:
"Novalis-Gesellschaft"